Code-X Ausgabe

Rudolf Steiner decodiert

VON LUZIFER ZU MICHA-EL*

von Florin Lowndes

* 2016 überarbeitete und erweiterte Fassung des Artikels »Wer ist der moderne Luzifer?« erschienen in Das Goetheanum Nr. 18, 3. Mai 1992.

 

    Im 32. Kapitel seiner autobiographischen Schrift »Mein Lebensgang« schrieb Rudolf Steiner: »In der Monatsschrift Lucifer-Gnosis konnte ich zur ersten Veröffentlichung bringen, was die Grundlage für anthroposophisches Wirken wurde«. (Rudolf Steiner: Mein Lebensgang. GA 28 S. 423) – Die 1903 begründete Monatsschrift »Luzifer« wurde durch die Vereinigung mit der Monatsschrift »Gnosis« ab 1904 zu »Lucifer-Gnosis«.

    Die Richtung dieses Wirkens stellte Rudolf Steiner 1903 im ersten Artikel mit dem Titel »Luzifer« in obiger Monatsschrift dar. In einem Vortrag von 1914 kam Rudolf Steiner wieder auf diese Richtungsbestimmung zu sprechen:

Ich schrieb dazumal diesen Artikel unter dem Titel »Luzifer«, einen Artikel, der enthalten sollte, wenigstens der Anlage nach, die Richtlinien, unter denen wir arbeiten wollten. Ich darf wohl sagen, schon dieser Artikel ist, wenn es auch nicht in Worten ausgesprochen ist, in denjenigen Linien gehalten, in denen dann unsere Theosophische und jetzt Anthroposophische Gesellschaft gehalten werden muß, und ich darf sagen: Auch dieser Artikel ist durchchristet. Man nimmt dasjenige, was christliches Lebensblut ist, auf, wenn man den Artikel aufnimmt.  (Vortrag in Norrköping, 14.7.1914.  In Rudolf Steiner: Christus und die menschliche Seele.  GA 155, S. 169)

      Rudolf Steiner macht hier mit deutlichen Worten darauf aufmerksam, daß das, was er später in seinen Schriften und Vorträgen ausgesprochen hat, in diesem Artikel – allerdings noch verborgen – auch schon enthalten ist. Diese Aussage ist bemerkenswert, wenn man bedenkt, daß dieser Aufsatz gleichzeitig die erste schriftliche Veröffentlichung im Rahmen seiner Tätigkeit in der Theosophischen Gesellschaft war.

      Am Schluß dieses Artikels wendet sich Rudolf Steiner jenem Wesen zu, dessen Rede die Zeitschrift verkünden soll:

Mit den Tatsachen des Geisteslebens wird sich diese Zeitschrift beschäftigen. Davon will sie sprechen, was derjenige hört, der bei Luzifers Reden bis zu Ende bleibt. (Rudolf Steiner:  Lucifer-Gnosis 1903-1908. GA 34, S. 32.)

      Rudolf Steiner erwähnt aber auch diejenigen, die die Rede dieses geistigen Wesens gehört haben und die wichtige Lehrer oder Pioniere der Erkenntnis geworden sind, die aber die Rede dieses geistigen Wesens nicht bis zu Ende gehört haben und daher in einer ihnen eigenen Art sprechen:

So zu sprechen vermag nur derjenige, der die beiden Reden des modernen Luzifer nicht zu Ende hört.  Aber nur allzu viele sprechen ihm nach, ja sind vielleicht sogar froh darüber, daß ihr Lehrer zu früh aus Luzifers Schule gelaufen ist.  (Ebd., S. 30)

 

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Von Luzifer zu Micha-El
Erschienen 1992
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